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In der ganzen Surselva herrscht ein absolutes Feuerverbot! Mehr Infos 

Der Berg ist bereit

Feinschliff am Berg mit «Mr. Pistenbully» Sandro Capaul

Hauptsaison im Skigebiet bedeutet, einen 24-Stunden-Betrieb zu unterhalten. Damit aber im Winter alles funktioniert, herrscht im Skigebiet schon im Sommer und Herbst Hochbetrieb. Die letzten Pistenkontrollen haben stattgefunden und die Gäste des Skigebiets Brigels Waltensburg Andiast freuen sich über einen tollen Wintertag. Angesagt sind jetzt noch andere Freuden. Während sich alle für den Abend chic machen oder ihren Ferientag auf dem Sofa ausklingen lassen, macht es sich Sandro Capaul in der Fahrerkabine seines 400-PS-starken und neun Tonnen schweren Pistenbullys bequem. Routiniert zündet er die Motoren und donnert los, um die Pisten des Skigebiets für den nächsten Wintertag herzurichten. Aus dem Radio trällern aktuelle Hits, Sandro singt kräftig mit. Die Songs bleiben jedoch «unerhört», falls Sandro das hintere Schiebefenster seines PS-Ungetüms öffnet. «Die röhrenden Motoren produzieren einen Höllenlärm und Radio hören ist vorbei», so der Herr der Pferdestärken. Bei eindunkelnder Nacht und geschlossenen Fenstern gebe es aber nicht nur Hits aus dem Radio zu hören, sondern auch Highlights in der Natur zu beobachten, berichtet Sandro.

Eindrückliche Erlebnisse in der Nacht

Ein halber Zoo am Berg wenn alles weiss ist

Eindrückliche Erlebnisse in der Nacht

Ein halber Zoo am Berg wenn alles weiss ist

«Viele Tiere kreuzen jeweils meine Fahrten am Berg», so der Gruppenchef der acht Pistenbully-Fahrer. «Oft ist ein halber Zoo im Gelände unterwegs», schwärmt Sandro von den Begegnungen mit der heimischen Tierwelt und zählt auf, was er unter einem halben Zoo versteht: «Schneehühner, Rehe, Hirsche, Füchse oder auch Hasen». Diese eindrücklichen Naturbeobachtungen dürfen auch die Gäste mit ihm teilen, welche eine der beliebten Pistenbully-Mitfahrgelegenheit buchen. Angeboten werden diese jeden Freitag der Hauptsaison während des Nachtskifahrens – und seien praktisch bereits vor der Saison ausgebucht. Während den Gästen in den schmucken Restaurants im Ort ein leckeres Dessert serviert wird, drehen Sandro und seine Kollegen unverdrossen ihre Runden am Berg. Rund 40 Kilometer extrabreite Pisten zwischen 1300 und 2500 m ü. M. müssen im Skigebiet am Piz d´Artgas bis zum nächsten Tag präpariert werden: das heisst, Schnee besser verteilen, planieren, kritische Unterlagen mit Schnee aufbessern, vereiste Pisten fräsen und allenfalls zugeschneite Stationen freischaufeln. «Wir arbeiten manchmal bis Mitternacht und je nach Witterung auch bis in die frühen Morgenstunden», weiss der leidenschaftliche Bully-Fahrer zu erzählen. «Dafür gibt es zur Belohnung oft herrliche Sonnenaufgänge zu bestaunen.» Auf jeden Fall freut er sich, wenn die Skiunzas und Skiunzs am nächsten Tag auf perfekten Unterlagen in Richtung Brigels oder Waltensburg carven können. Etwas schwieriger sei die Präparation der Pisten hingegen, wenn schlechtes Wetter herrsche, es ausgiebig schneie, kräftig stürme und der Nebel eine normale Sicht verunmögliche. «Wenn einfach alles weiss ist, dann fahren wir auch ‹auf Gefühl›», sagt der 30-Jährige, der nach neun Jahren als Pistenfahrzeug-Fahrer das Skigebiet wie seine eigene Hosentasche kennt. Die Messgeräte und Sensoren in seinem modernen Bully würden enorm helfen, den Job gut zu erledigen. Darum kann es den gebürtigen Daniser auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn bei einer Bully-Fahrt eine der metallenen Raupen von den Rädern springt. «Das passiert pro Winter aber höchstens einmal», beschwichtigt der gelernte Sanitär- und Heizungsmonteur cool.

Der 24-Stunden-Betrieb

Nicht nur im Winter, wenn es Schneit

Der 24-Stunden-Betrieb

Nicht nur im Winter, wenn es Schneit

Kaum haben Sandro und seine Kollegen endlich Feierabend, sind es andere Arbeitskollegen und -kolleginnen der Bergbahnen Brigels, die ihre Schicht beginnen – z. B. diejenigen der Bahn, die ab 7 Uhr Systeme und Lifte checken, damit der tägliche Betrieb störungsfrei verläuft. «Wir sind tatsächlich ein 24-Stunden-Betrieb», bestätigt Eugen «Geni» Friberg, der langjährige Technische Geschäftsführer der Bergbahnen Brigels. Als eidgenössisch diplomierter Seilbahn-fachmann hat er die komplette Übersicht über alle technischen Belange des Unternehmens und kennt die genauen Einsatzpläne seiner neun festangestellten Arbeitskollegen und Lernenden der Technischen Gruppe. Neben den Pistenbully-Fahrern und den sechs Patrouilleuren, die nur während der Wintersaison im Einsatz stehen, sind das weitere Mechaniker, Mechatroniker, Elektriker und Baufachleute, die den Betrieb am Laufen halten. «Sie alle bringen fundierte Aus- und Weiterbildungen mit und sorgen dafür, dass Tag und Nacht alles funktioniert und die Sicherheit stets   gewährleistet ist. Aber nicht nur. «Um die strengen Sicherheitsbestimmungen und das Instandhaltungsprogramm für die vier Sesselbahnen, die zwei Skilifte und die Kinderlifte zu erfüllen, sind viele Arbeiten auch im Sommer fällig», betont Friberg und ergänzt: «Jede einzelne Rolle, die sich bewegt, wird mindestens einmal im Jahr von einem Fachmann geprüft.» Und will damit sagen, dass bereits vor der Saison, während der schneefreien Zeit, die verschiedensten Sicherheitsaufgaben, Belastungstests und Umprogrammierungen an den Hightech-Anlagen auszuführen sind – «damit wir die auf mehrere Jahre ausgelegten Konzessionen immer wieder verlängern können und unsere Gäste sorglos ihrem Wintervergnügen nachgehen können». Dabei kommt auch den Patrouilleuren der Bergbahnen eine wichtige Rolle zu. Ob Fangnetze kontrollieren, wegweisende Markierungen setzen oder im Falle eines Unfalls erste Hilfe leisten, «die Patrouilleure sind vielseitige Allrounder, sie durchlaufen eine interessante, aber keine einfache Ausbildung und leisten regelmässig Wiederholungskurse», so Friberg – «und nicht wenige schaffen die Prüfung nicht». Zum Aufgabengebiet der vielseitigen Allrounder gehört ebenso das Sprengen von Lawinen. «Wir haben im Betrieb zwei Personen mit der Sprengprüfung, zum Glück herrscht in unserem offenen Skigebiet keine ausgesprochene Lawinengefahr», sagt Friberg und ergänzt, dass während der Saison rund 100 Winterrettungen stattfinden würden: «Also praktisch jeden Tag eine.» An eine nervenaufreibende mag er sich besonders gut erinnern, als sich drei Jungs meldeten, weil sie den vierten Kollegen vermissten. Nach einer aufwendigen nächtlichen Suchaktionen bei schlechtem Wetter tauchte der Vermisste am nächsten Tag wieder auf. Er hat sich ohne Not Zugang zu einem Maiensäss verschafft und dort in aller Ruhe übernachtet – ohne jemanden zu informieren!

Die Zeit steht nicht still

Millioneninvestitionen in die Infrastruktur

Die Zeit steht nicht still

Millioneninvestitionen in die Infrastruktur

Während die 18 schneeerzeugenden Propellermaschinen und die rund 160 Lanzen im Gelände für den Feriengast gut sichtbar sind, sind es die kilometerlangen Leitungen im Boden für Kommunikationssysteme, für Strom, Luft und Wasser weniger. Bereits im Sommer und Herbst haben Mitarbeiter der Bahn neue Schächte gebaut, Gräben gezogen und Leitungen verlegt und für die Erneuerung und Optimierung der Systeme geschuftet. «Die Digitalisierung hält natürlich auch bei uns Einzug und alle Mitarbeitenden sind mit einem iPad ausgerüstet», erwähnt Friberg. Ein riesiges zentral verbundenes Netz mit Sensoren und Messpunkten überwacht alle Systeme und Anlagen und liefert permanent relevante Daten, um Störungen frühzeitig zu erkennen, das Skigebiet zu überwachen und das Snow-Management respektive den sparsamen Einsatz der rund 200 000 m³ Wasser aus dem Ausgleichsbecken zu steuern. Ebenfalls analysierbar: aktuelle Wetterentwicklungen oder der Dieselverbrauch jedes einzelnen Pistenfahrzeugs. «Alles in allem sind es millionenschwere Investitionen, welche das Unternehmen in den letzten Jahren in die Infrastruktur getätigt hat, um effizientere Abläufe und Erleichterungen für die Gäste zu erzielen», erklärt Friberg und weist dazu auf die neuen Möglichkeiten des Online-Ticketings hin.

Für jeden etwas dabei

Jedem das Seine

Für jeden etwas dabei

Jedem das Seine

Aber nicht nur für Skifahrer und Snowboarder stehen Attraktionen wie zum Beispiel die neue «Fun Slope» mit Tunnel und Tempomesser bereit. Auch Schlittler, Schneeschuhwanderer oder Winterspazierer kommen auf ihre Rechnung. Ein grosses Netz an Schlittelbahnen und Wanderwegen werden von umtriebigen Mitarbeitenden unterhalten und gepflegt. Und wenn zwischenzeitlich die Kräfte der Gäste schwinden, stehen ihnen diverse Gastronomiebetriebe zur Auswahl. Bei einheimischen Spezialiäten wie Capuns, Bizochels oder Maluns können sich die Winterfans für weitere Erlebnisse stärken. Die über 25 Kolleginnen und Kollegen in den Restaurants der Bergbahnen geben bis zum Betriebsschluss – und auch ein bisschen länger – alles, damit der Aufenthalt am Berg zum unvergesslichen Abenteuer wird.