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Stiva da morts /Totenstube, Vrin

Die Totenstube grenzt an Friedhof und Pfarrkirche in Vrin. Die «Stiva da morts“ ist mehr als nur eine Stube: Sie bietet die Möglichkeit des Rückzugs einerseits und der Gemeinschaftlichkeit andererseits. Die «Stiva» bietet Raum für die Toten und die Lebenden. Mit ihrer neuartigen Raumabfolge, macht die Totenstube einen Wandel in der Umgangsweise mit dem Tod erst möglich.

Wie kann man die Vriner Tradition des Trauerns mit den heutigen Lebens- und Sterbensumständen verbinden? Mit der «Stiva da morts», der Totenstube hat Gion A. Caminada 2003 eine architektonische Antwort auf diese Frage formuliert. Erstes Ziel war es in Vrin also nicht, ein Haus fürs Abschiednehmen zu bauen, sondern einen gesellschaftlichen Wandel im Dorf hervorzurufen. Die Architektur dient Caminada in diesem Falle als Medium, um gesellschaftliche Realitäten zu überlisten. Er will, dass die Menschen wieder ein normales Verhältnis zum Tod aufbauen können, dass beispielsweise in der Trauer neben Momenten des Weinens auch Momente des Lachens möglich sind. Deshalb bietet seine «Stiva» unterschiedliche Eingänge und unterschiedliche Räume für das gemeinschaftliche Trauern: Im vom Friedhof her direkt zugänglichen oberen Geschoss liegt ein Aufenthaltsraum mit Küche. Hier ist bei einem Kaffe das Reden über den Tod möglich, aber auch das Lachen über die eine oder andere Anekdote aus dem Leben des Menschen, der diesmal hat gehen müssen. Eine kleine Treppe führt in den unteren Stock, wo sich der auch von der Strasse her zugängliche Aufbahrungsraum befindet,
Der Bau ist, wie in der Gegend üblich, als moderner Strickbau ausgeführt. Caminada hat ihn als doppelten Strickbau mit doppelt ausgebildeten Eckkonstruktionen gebaut. Er gibt zwar zu, dass diese Konstruktionsart viel Holz verbraucht, doch, argumentiert der Architekt, das Holz stamme aus den Wäldern nahe Vrin und wurde von den eigenen Handwerkern in den Werkstätten im Dorf verarbeitet. Der Vriner Kreislauf ist damit geschlossen. Das Besondere an diesem Bau manifestiert sich auch in der Behandlung der Aussenwände. Caminada hat sie mit Kasein, einer Mischung aus Quark und Kalk, bestreichen lassen. In mattem Weiss steht die Stiva da morts nun im Licht. Sie nimmt farblich nicht nur den Ton der nahen Kirche auf, sondern schimmert auch in jenem Madonnaweiss, dass man von den Kirchenstatuen nicht nur in der Surselva kennt. Eine Schellack-Lackierung der edel-rohen, warm anmutenden Räume sorgt für Kontrast zur kühlen Fassade.

(Quellentext: Regiun Surselva)

Orte der Magie - Vrin

Totenstube

Die Idee einer Totenstube in Vrin entspricht dem alten Brauch, sich von Verstorbenen im eigenen Daheim zu verabschieden. Das Ritual wurde übernommen und in ähnlichem Rahmen in einem neuen, öffentlichen Gebäude umgesetzt. Das Projekt des einheimischen Architekten Gion A. Caminada stiess bei der Dorfbevölkerung nicht gleich auf Begeisterung und brauchte Zeit, bis es angenommen wurde.

Ein Blick ins Innere fasziniert sofort. Die Fenster sind so angeordnet, dass Gegend und Dorfdetails aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können. Der Strickbau aus einheimischem Holz gibt den Räumen eine warme Ausstrahlung. Ganz anders sind die Holz-Aussenwände. Diese sind gekalkt und passen sich dem kalten, steinernen Kirchengebäude an.

(Quellentext: Buch Orte der Magie)

Die Totenstube kann besichtigt werden. Der Schlüssel befindet sich in der Kirche.

Buch erhältlich bei: Surselva Tourismus AG, Info Val Lumnezia, Palius 32 D, 7144 Vella
Tel. 0041 81 931 18 58, vallumnezia@surselva.info

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