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Burg Jörgenberg/Casti Munt Sogn Gieri

Der Casti Munt Sogn Gieri auf Jörgenberg bei Waltensburg ist die imposanteste und älteste Burganlage zwischen der Rheinschlucht und der Rheinquelle.

Jörgenberg ist die grösste Burganlage der Surselva. Das ummauerte Burgareal umfasst, den Graben nicht mitgerechnet, eine Fläche von rund 100 auf 70 Meter. Die Anlage ist gegliedert in eine Hauptburg, welche sich über das Plateau des Felssporns erstreckt, und in eine Vorburg, die eine umfriedete Fläche auf der südlich vorgelagerten Hangterrasse umfasst. Der Zugang steigt von der Grabensohle her gegen das zwischen der Haupt- und Vorburg traversenartig angelegte äussere Tor auf.

Die Vorburg ist durch eine eigene Maueröffnung vor dem äusseren Tor erreichbar. Die Hauptburg ist vollständig von einer Umfassungsmauer umgeben. Die gesamthaft an der Peripherie des Areals angelegte Überbauung ist in vier Gebäudekomplexe gegliedert: Sakralbereich mit Kirche St. Georg, hochmittelalterlich feudaler Wohn- und Wehrbereich, Hoch- und spätmittelalterlicher Verwaltungs- und Repräsentationstrakt und den Ökonomietrakt.

Die Kirche St. Georg, die sich gegenüber dem Langhaus befindet, stammt aus alterlich-karolingischer Zeit. Die Kirche wurde um 1100 umgebaut und erweitert. Eine Glocke von 1484 hing ab 1562 im Turm der Kirche Waltensburg. In der süd-westlichen Ecke des Areals befindet sich ein gut erhaltener Turm mit fünf Geschossen. Im 4. und 5. Geschoss befinden sich die Wohnräume.

Inwendig in der nordwestlichen Ecke des Hauptburgareals, sind die Reste von vier ungleich grossen Häusern vorhanden, das älteste ist direkt in der Beringecke gelegen. Sie besitzen ebenerdige Eingänge. In diesen Häusern dürften wohl die herrschaftlichen Amtsräume untergebracht gewesen sein. In der schmalen nordwestlichen Partie des Areals befinden sich spärliche Reste zweier annähernd rechteckiger Bauten, in denen vermutlich Stallungen oder Lagerräume untergebracht waren.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte die Burg den Herren von Friberg. Nach dem Aussterben der Friberg um 1330 gelangte die Burg in den Besitz der Rhäzünser.

Jörgenberg war somit das eigentliche Verwaltungszentrum für die Rhäzünser Güter in der Surselva. Dorthin mussten die Zinsen aus dem Lugnez, aus Rueun und von der Alp Runaschg abgeliefert werden. Am 6. Juni 1462 verkauften die Rhäzünser die Anlage ans Kloster Disentis. 1580 wurde Jörgenberg an L. Gandreya veräussert, der im Schloss noch gewohnt haben soll. Der bauliche Niedergang der Burg stellte sich im 16. Und 17. Jahrhundert ein.

Auf dem Rückweg, ca. 600 Meter südwestlich der Burgruine, lohnt sich der Abstecher auf dem Pfad «zu den Galgen». Die zwei steinernen Pfeiler eines früheren Galgens sind Zeugen der Hexenverfolgungen und Hinrichtungen im 17. Jahrhundert.

(Text erfasst durch: Regiun Surselva)

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet

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