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Staumauer Pigniu

In der kleinen Berggemeinde Pigniu/Panix im bündnerischen Vorderrheintal wurde im Jahre 1989 hinten im grossen Talkessel eine Staumauer gebaut. Seit September 1999 zeigt sich die nüchterne Mauer dem Wanderer von einer ganz anderen Seite.

In der kleinen Berggemeinde Pigniu/Panix im bündnerischen Vorderrheintal wurde im Jahre 1989 hinten im grossen Talkessel eine Staumauer gebaut. Seit September 1999 zeigt sich die nüchterne Mauer dem Wanderer von einer ganz anderen Seite. Schon bei den ersten Kehren nach Pigniu Richtung Stausee erblicken Sie weisse und schwarze Quadrate. Dann blitzen plötzlich ein riesiger leuchtend blauer Turm zwischen den Tannen hervor, dahinter Bauern aus einem Schachspiel, liegend und stehend. Beim Weiterwandern verschwindet das Bild. Doch dann tauchen Köpfe auf, ein ganzes Heer, mit riesigen Mützen auf dem Kopf, überragt von ebenso vielen spitzen Bajonetten. Und dann sehen Sie: Von rechts nach links marschieren russische Soldaten, die 12 Meter gross sind, in einer langen Kolonne über die Staumauer auf den Turm zu.

Genau dieses Ziel hat der gebürtige Engadiner Künstler Martin Valär mit seinem Monumentalwerk erreichen wollen. Lange schon träumte er davon, eine Staumauer in ein Gemälde zu verwandeln - trotz der besonderen Schwierigkeiten, die sich allein durch die Dimensionen und die Bauart ergeben. Die Panixer Mauer war in dieser Beziehung nahezu ideal. Gebaut als Gewichtsmauer mit 50 m Höhe und 240 m Kronenlänge bot sie eine riesige Betonleinwand.

Der vorgesehene Werkbeginn im März 1999 musste dann wegen des vielen Schnees sowie gesperrter Zufahrt auf Mai verschoben werden. In rund 25 Arbeitstagen realisierte Martin Valär sein 80 m breites und 40 m hohes Bild mit einfachsten Mitteln. Über 300 Mal seilte er sich mit Farbkübel und Rolle über die Mauer ab. Mittels riesiger Schablonen wurden die Soldaten auf die Mauer skizziert und mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems die gefallenen „Bauern“ plaziert. Am 3. Juli 1999 erhielten die russischen Soldaten ihre weissen Hosen. Allein dafür musste sich Valär 27 Mal über die Mauer abseilen. 20 bis 30 Jahre lang soll die Aussendispersionsfarbe den Witterungsverhältnissen trotzen.

Als Idee für das monumentale Gemälde diente Martin Valär das Schachspiel, das in Russland populäre Spiel mit kriegerischem Einschlag: Im Jahre 1799 marschierte der russische General Alexander Wassilijewitsch Suworow auf dem Rückzug vor den Franzosen mit seiner Armee von Elm nach Pigniu über den Panixerpass. Der geschwächten Armee setzten die beschwerliche Strecke und der früh gefallene Schnee derart zu, dass sie stark dezimiert in Pigniu eintraf, wo sie das ganze Dorf plünderte.
Auf der Staumauer wird Suworow als wankender blauer Turm dargestellt - dieser General, der mit seiner Armee von den damaligen Machthabern wie auf einem Kriegsschachfeld hin- und hergeschoben worden war. Seine gefallenen Soldaten erhalten durch die Schach-Bauernfiguren ein Denkmal: In schier endloser Reihe ziehen die überlebenden russischen Soldaten über die Mauer.

Für Martin Valär ist eines wichtig: „Mit der Kunst soll man zu den Leuten gehen, nicht umgekehrt. Ein Bild ohne Betrachter ist bedeutungslos. Meine Kunst soll den Einzelnen zum Denken anregen. Sie ist ein Prozess, der im Künstler beginnt und über das Medium Bild im Betrachter etwas auslöst. Kunst darf und soll auch vergänglich sein.“

(Text erfasst durch: Regiun Surselva)

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet

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